Barrierefreiheit

Barrierefreiheit beginnt im Kopf

Die Behandlung Pflegebedürftiger und Menschen mit Behinderungen erfordert besondere Beachtung im Zugang und Umgang wie auch in der Organisation der Infrastruktur in der Praxis und in der zugehenden Betreuung (Hausbesuch). Der Artikel "Barrierefreiheit beginnt im Kopf" anbei fasst die besonderen Aspekte übersichtlich zusammen und stellt dabei die Angebote der Landeszahnärztekammer Baden-Württemberg vor.

 

Für die zahnärztliche Betreuung von Menschen mit Unterstützungsbedarf gibt es nicht den einen richtigen Weg. In Deutschland hat sich bereits ein buntes Mosaik an Versorgungskonzepten entwickelt. Zahnärztinnen und Zahnärzte haben ihre Arbeit auf regionale Herausforderungen z. B. in Ballungszentren bzw. im ländlichen Raum oder auch auf spezielle Patientengruppen wie z. B. Menschen mit Behinderung oder demenziell erkrankte Menschen abgestimmt. Im Artikel werden unterschiedliche Praxiskonzepte zur Betreuung von Menschen mit Unterstützungsbedarf gegenüber gestellt.  

 

 

Demenz - Zugang und Umgang

Pflegebedürftige Menschen leiden oft an Demenz. Demenz bedeutet aber nicht nur Gedächtnisverlust. Es gibt andere Formen der Demenz, bei denen auch andere Symptome im Vordergrund stehen (Veränderungen im Sozialverhalten, Halluzinationen, …). Der Beitrag anbei gibt einen kurzen Überblick über die verschiedenen Demenzformen und stellt grundsätzliche Aspekte der Kommunikation mit demenziell erkrankten Menschen dar. 

 

 

Die Versorgung von Patienten außerhalb der Praxisräume

Aufgrund der demografisch bedingten Alterung der Bevölkerung wird auch für den Zahnarzt zunehmend eine Versorgung von Patienten außerhalb seiner Praxisräume erforderlich. In diesem Zusammenhang mit der Versorgung von Patienten außerhalb der Praxis sind einige wichtige Besonderheiten wie juristische Verantwortung, Arbeitsort im Arbeitsvertrag und Berufshaftpflichtversicherung für den Zahnarzt zu berücksichtigen, die in dem Merkblatt "Versorgung von Patienten außerhalb der Praxis" zusammengefasst sind.

 

 

Materialcheckliste für Hausbesuche

Im Rahmen des Mitarbeiterinnenkurses "Der besondere Patient - Behandlung von Senioren und Menschen mit Einschränkungen" haben die Teilnehmerinnen eine Material-Checkliste für die zugehende Betreuung erarbeitet. Diese Liste kann als Grundlage für die eigene Praxis dienen, erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und sollte bei Bedarf den individuellen Praxisbesonderheiten angepasst werden.

 

 

Technische Ausrüstung in der mobilen Behandlung

In der mobilen Behandlung ist nicht allein die technische Ausrüstung, sondern vielmehr der pflegebedürftige Patient selbst der Grund, warum indizierte Behandlungen nicht sinnvoll und ohne vertretbares Risiko durchgeführt werden können. Die nebenstehende Abhandlung soll das Bewusstsein schärfen, welche Aspekte berücksichtigt werden müssen. Darüber hinaus werden aktuelle Angebote aus dem Bereich der mobilen Behandlung vorgestellt.

 

 

Alltagshilfen, Rampen, Lifte & Treppensteiger

Unter Alltagshilfen für die Behandlung eingeschränkt mobiler bzw. immobiler pflegebedürftiger Patienten finden sich z.B. Lagerungshilfen, Hör- und Sehhilfen sowie Transferhilfen. Für Rollstuhlrampen bietet die Firma Altec eine Vielzahl guter Lösungen. Das Portal pflege.de bietet eine Entscheidungshilfe zur optimalen Treppen-/Hublift-Planung für die eigene Praxis. Die Firma alber hat Treppensteiger im Angebot, damit auch immobile Menschen Treppen sicher bewältigen können.

 

 

Barrierefreies Bauen

Wer sich ein barrierefreies Behandlungszimmer in der Praxis einrichten möchte, findet unter dem Link "Barrierefreies Behandlungszimmer" zu den Ausstattungsmerkmalen wichtige Empfehlungen.

 

Tipps zur Seniorenpraxis und zum Thema Behandlen ohne Stolperfallen finden sich in der Titelstory der Zahnärztlichen Mitteilungen vom 16.04.2012.

 

Die Landesregierung Nordrhein-Westfalen hat darüber hinaus einen Informationsflyer "Barrierefrei zum Arzt" mit Anregungen für die Gestaltung barrierefreier Arztpraxen herausgegeben. Unter dem "Barrierefrei zum Arzt" finden sich Empfehlungen.

 

Der Leitfaden zum barrierefreien Bauen im öffentlichen Raum, in öffentlich zugängigen Gebäuden, in Arbeitsstätten und in Wohnungen richtet sich an Architekten, Fachingenieure und Bauherren. Hinweise zu Beratungsstellen für barrierefreies Wohnen finden sich auf Seite 72. 

 

Der Sanitärhersteller Geberit hat in einem Merkblatt Planungsgrundsätze zusammengestellt, wie hindernisfreie Sanitärräume zu gestalten sind.

 

Eine Checkliste für Barrierefreiheit findet sich auf der Webseite Nullbarriere.

 

 

Stiftung Gesundheit

Die Stiftung Gesundheit ist eine gemeinnützige rechtsfähige Stiftung bürgerlichen Rechts. Die Fördergemeinschaft der Stiftung trägt das Projekt “Barrierefreie Praxis” der Arzt-Auskunft. Damit wird Menschen mit Behinderung die Suche nach einem passenden Arzt, Zahnarzt oder Psychologischen Psychotherapeuten erleichtert. Die “Barrierefreie Praxis” baut auf der Arzt-Auskunft auf und fügt dem Verzeichnis aller niedergelassenen Ärzte, Zahnärzte und Psychotherapeuten jeweils Angaben zu den Vorkehrungen der Barrierefreiheit in den einzelnen Arztpraxen an.


Das Projekt "Barrierefreie Praxis" ist vom Projekt “Praxis-Tool Barrierefreiheit” abzugrenzen, welches Praxisinhaber in dem Vorhaben unterstützt, ihre Praxis barrierefrei zu gestalten. Das "Praxis-Tool Barrierefreiheit" gibt Medizinern Orientierung, die Menschen mit Beeinträchtigungen den Zugang zu ihrer Praxis erleichtern wollen. Die Software hilft Ärzten, Zahnärzten und Psychologischen Psychotherapeuten, Maßnahmen der Barrierefreiheit direkt bei der Planung eines Neu- oder Umbaus ihrer Praxis zu berücksichtigen. Das Tool wird vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales gefördert.

 

 

Leitfaden zur Verordnung einer Krankenbeförderung

Die Verordnung von Beförderungsleistungen ist in der „Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses über die Verordnung von Krankenfahrten, Krankentransportleistungen und Rettungsfahrten nach § 92 Abs. 1 Satz 2 Nummer 12 SGB V (Krankentransport-Richtlinie)“ geregelt. 

 

Seit dem 05.05.2016 ist die Krankentransport-Richtlinie nicht mehr nur für den vertragsärztlichen, sondern auch für den vertragszahnärztlichen Bereich einheitlich und verbindlich geregelt. LZK und KZV haben gemeinsam einen Leitfaden entwickelt, der als praktische Orientierungshilfe für die Umsetzung der Verordnung von Beförderungsleistungen dient.

Erstellt von: Dietmar Sorg, 12.10.2015

Aktualisiert von: Kristina Hauf, 09.05.2017